Kosten und Rechtsschutzdeckung in Sachen Dr. Braun/ Wirecard

1. Gegen­stand eines von der Kanz­lei RGK gegen Dr. Mar­kus Braun in Mün­chen unter 20/48 betrie­be­nen Arrest­ver­fah­rens war der – in zwei­ter Instanz – gelun­ge­ne Ver­such, Ver­mö­gens­wer­te, die Dr. Braun per­sön­lich gehö­ren, zu pfän­den, um spä­ter Ansprü­che hier­aus befrie­di­gen zu kön­nen.

2. Sol­che Ansprü­che müs­sen – wo und wie auch immer – noch titu­liert wer­den. Beim ding­li­chen Arrest geht es, ein­fach gesagt, nur um die Siche­rung, nicht um die Befrie­di­gung von Ansprü­chen. Hier­aus folgt: Gegen Dr. Braun ist par­al­lel oder spä­ter noch ein Haupt­sa­che­ver­fah­ren anzu­stren­gen.

3. Für das von RGK betrie­be­ne Ver­fah­ren vor dem LG/OLG Mün­chen (3 W 1094/20 und 8 0 7816/20) lie­gen Deckungs­zu­sa­gen der ARAG vor; vom 21.07.2020 für die Beschwer­de zum OLG und vom 16.07.2020 für den Antrag beim LG Mün­chen I (Scha­dens­num­mer 31 0087 1578 1724). Den hier­zu geführ­ten Schrift­wech­sel – Deckungs­zu­sa­ge sowie Deckungs­an­fra­ge nebst Begrün­dung und den vom OLG Mün­chen erlas­se­nen Anord­nungs­he­schluss vom 26.08.2020 – stellt RGK auf Anfra­ge und gegen Erstat­tung von Kos­ten zur Ver­fü­gung.

4. RGK über­nimmt, wenn ein Deckungs­man­dat erteilt wird, den Schrift­wech­sel mit der Rechts­schutz­ver­si­che­rung bis hin zu Stich­ent­scheid oder Beschwer­de beim Ombuds­mann für Ver­si­che­run­gen. Die hier­für anfal­len­den Anwalts­ge­büh­ren rich­ten sich nicht nach dem Streit­wert der For­de­rung, son­dern ori­en­tie­ren sich am Kos­ten­ri­si­ko; bei einer For­de­rung über 100.000.00 € beläuft sich die­ses auf rund 10.000.00 €; hier­aus errech­nen sich Anwalts­ge­büh­ren, die je nach Deckungs­ver­fah­ren zwi­schen 877,00 € und 1.295,00 € zuzüg­lich Umsatz­steu­er lie­gen. Deckungs­zu­sa­gen für ein Siche­rungs-Man­dat garan­tie­ren kei­nen Kos­ten­schutz für Haupt­sa­che­ver­fah­ren gemäß Zif­fer 2). Hier­zu muss bei der Rechts­schutz­ver­si­che­rung geson­dert ange­fragt wer­den; Vor­sicht ist hier­bei gebo­ten, weil im Fall von Dr. Braun/ Wire­card diver­se Risi­ko­aus­schlüs­se grei­fen, ins­be­son­de­re Wert­pa­pier­klau­seln, Aus­lands­klau­seln, Insol­venz­klau­seln und feh­len­de Erfolgs­aus­sicht.

5. Kos­ten, die im Rah­men eines Siche­rungs-Man­dats anfal­len, sind Gericht­kos­ten, Voll­stre­ckungs­kos­ten und Anwalts­ge­büh­ren. Für deren Höhe ist im Prin­zip die Höhe der For­de­rung und/oder das Siche­rungs­in­ter­es­se maß­geb­lich; das Siche­rungs­in­ter­es­se ori­en­tiert sich an einem vom Gericht fest­zu­set­zen­den Bruch­teil der zu sichern­den For­de­rung; übli­cher­wei­se 50 Pro­zent. Die im Siche­rungs-Man­dat anfal­len­den Anwalts­ge­büh­ren sind Gegen­stand einer Hono­rar­ver­ein­ba­rung, die zwi­schen Anwalt und Man­dant aus­zu­han­deln ist.